10. März 2026

Correo del Valle - La Palma aktuell - Mit Sensoren auf Waldbranderkennungskurs

La Palma aktuell

Mit Sensoren auf Waldbranderkennungskurs
Mit Sensoren auf Waldbranderkennungskurs
Auf La Palma geht man neue Wege bei der Waldbrandbekämpfung – zumindest auf dem Papier. Die kanarische Regierung installiert in Tijarafe rund um den Barranco del Garome 39 hochmoderne Sensoren, die Temperatur, Gase, Luftfeuchtigkeit und Druck messen und die Daten direkt an die zentrale Leitstelle funken. Ziel: Brände früh erkennen. Praktisch? Naja, theoretisch.

Bevor die Feuerwehr überhaupt loslegen darf, muss erst von Mitarbeitenden des Medio Ambiente, der Polizei oder der Feuerwehr bestätigt werden, dass es sich tatsächlich um einen Brand handelt – nur sie können den Qualm lodernder Bäume von dem einer Käseräucherei unterscheiden. Dann nimmt das CECOES (Centro Coordinador de Emergencias y Seguridad) den Notruf entgegen, der CECOPIN (Centro de Coordinación Operativa Insular) bestätigt den Fall, und erst danach entscheidet der Hauptobereinsatzleiter, ob Hubschrauber, Löschflugzeuge oder ein mutiger Trupp zu Fuß ins Feuer geschickt werden dürfen.

Warum dieses penible Stufenverfahren? Fehlalarme sollen keine Chance haben. Lieber alles erst genau prüfen – selbst wenn der Brand schon fröhlich Kiefern, Felder und Häuser versengt. Hinzu kommt: Hubschrauber dürfen nachts ohnehin nicht fliegen. Für Anwohner, Tiere und Landwirte bedeutet das: Es raucht, es brennt, aber die bürokratischen Zahnräder drehen sich noch. Feuerwehrleute und Piloten werden erst dann geweckt, um in einen meist langen, gefährlichen Einsatz zu ziehen, während die Einsatzleitung in sicheren Büros sitzt, minutiös Protokolle abhakt und sich später – wenn der Wald und manche Gebäude nur noch Asche sind – mit Medaillen belohnt.