13. Juni 2026

Kurzmeldungen zum Wochenende

Bild zu den Kurzmeldungen vom Samstag, 13. Juni 2026
Garafías Traditionsfest lädt zum Feiern ein

Wer La Palma wirklich kennenlernen möchte, findet dazu kaum eine bessere Gelegenheit als die Fiestas de San Antonio del Monte in Garafía. Das traditionsreiche Fest zählt zu den ältesten und bedeutendsten Volksfesten der Insel und gilt seit Generationen als Herzstück der palmerischen Viehzucht und Landwirtschaft. Seinen Ursprung hat das Fest im 17. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht bis heute die Segnung der Tiere zu Ehren des heiligen Antonius von Padua. Über die Jahrzehnte entwickelte sich daraus eines der bekanntesten Volksfeste der Kanaren, bei dem religiöse Tradition, Landwirtschaft, Handwerk, Musik und geselliges Beisammensein auf besondere Weise zusammenkommen. Am heutigen Samstag steht der große Festtag bevor. Bereits am Morgen treffen die Tiere auf dem Festgelände ein. Nach der feierlichen Messe und der traditionellen Prozession mit Tiersegnung beginnt das bunte Treiben mit Viehschau, Handwerksmarkt, Wein- und Käseverkostungen sowie Vorführungen rund um das ländliche Leben. Zu den Höhepunkten zählen die Versteigerung der prämierten Inselkäse, der Wettbewerb der Garafía-Schäferhunde sowie der beliebte Wettbewerb im Viehziehen („Arrastre“), der jedes Jahr zahlreiche Besucher anzieht. Für musikalische Unterhaltung ist den ganzen Tag über gesorgt, bevor das Fest am Abend in eine große Tanznacht mit mehreren Musikgruppen und Orchestern übergeht. Wer das ursprüngliche La Palma erleben möchte, sollte sich dieses Fest nicht entgehen lassen. Kaum irgendwo sonst werden die landwirtschaftlichen Wurzeln der Insel so lebendig gefeiert wie bei San Antonio del Monte in Garafía.

Pläne für neue Vulkanstrände

Die nach dem Vulkanausbruch neu entstandenen Strände an der Küste von Tazacorte sollen künftig teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und für Projekte der sogenannten „blauen Wirtschaft“ genutzt werden. Der Inselrat arbeitet dazu gemeinsam mit den zuständigen Küstenbehörden an einem entsprechenden Konzept. Geplant sind unter anderem Zugänge zu den Stränden sowie mögliche Forschungs- und Wirtschaftsprojekte im maritimen Bereich. Nach Angaben des Cabildo befindet sich das Vorhaben inzwischen in der Planungsphase, konkrete Termine für die Umsetzung gibt es jedoch noch nicht. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich das Meeresleben rund um die neuen Lavaflächen schneller erholt als ursprünglich erwartet. Gleichzeitig sollen die Gebiete auch künftig für Forschungszwecke genutzt werden. Für Besucher bedeutet dies vor allem: Die langfristige Öffnung einzelner Bereiche rückt zwar näher, derzeit bleiben jedoch viele Fragen offen. Wie so oft auf La Palma liegen zwischen Planung und tatsächlicher Umsetzung erfahrungsgemäß noch einige Schritte. Hinzu kommt, dass Teile der Küste weiterhin wegen der angeblichen Gasproblematik gesperrt sind. Die Vision lautet also: neue Strände, neue Wege und neue Nutzungsmöglichkeiten. Wann daraus tatsächlich frei zugängliche Realität wird, bleibt vorerst abzuwarten.

Höchste Vorsicht vor Waldbränden

Mit Beginn der Waldbrandsaison hat La Palma ihr Einsatzaufgebot für mögliche Brände aktiviert. Mehr als 460 Einsatzkräfte, über 50 Fahrzeuge und fünf Löschhubschrauber stehen in diesem Sommer bereit, um auf Brände zu reagieren und vorbeugende Maßnahmen durchzuführen. Die Insel zählt seit Jahrzehnten zu den kanarischen Regionen, die besonders stark von Waldbränden betroffen sind. Viele Bewohner erinnern sich noch an den verheerenden Brand im Sommer 2021, als die Flammen, angefacht vom gefürchteten Levante-Wind, durch stark bewohnte Gebiete von El Paso wüteten. An Ausrüstung und Personal mangelte es auf La Palma dabei selten. Kritisiert wurden in der Vergangenheit jedoch immer wieder die komplizierten Einsatz- und Freigabeprotokolle, die wertvolle Zeit kosten können. Während die zuständigen Stellen beraten, koordinieren und Genehmigungen erteilen, breiten sich Brände unter ungünstigen Bedingungen oft bereits rasant aus. Viele Beobachter sehen darin bis heute einen der größten Schwachpunkte der Brandbekämpfung auf den Kanaren. Für Besucher und Einheimische gilt deshalb auch in diesem Jahr: höchste Vorsicht im Umgang mit offenem Feuer. Bereits eine weggeworfene Zigarette, Funkenflug bei Arbeiten im Freien oder ein nicht vollständig gelöschter Grill können unter ungünstigen Bedingungen ausreichen, um einen Großbrand auszulösen. Besondere Aufmerksamkeit ist in Waldnähe und in den Übergangsbereichen zwischen Wohngebieten und Vegetation geboten. Die trockene Landschaft, hohe Temperaturen und zeitweise starke Winde können ein Feuer innerhalb kürzester Zeit außer Kontrolle geraten lassen. Bleibt zu hoffen, dass das umfangreiche Aufgebot in diesem Sommer möglichst wenig zu tun bekommt.

Hundeausbildung für die Jagdsaison startet

Das Cabildo von La Palma hat die Trainingsgebiete für Jagdhunde wieder freigegeben. Die Ausbildung der Hunde ist damit vor Beginn der eigentlichen Jagdsaison erlaubt, allerdings unter zahlreichen Auflagen. Besondere Einschränkungen gelten im Bereich des Vulkans Tajogaite. Dort dürfen sich Hunde nur in den ausdrücklich freigegebenen Zonen bewegen. Hintergrund sind sowohl Sicherheitsaspekte als auch der Schutz empfindlicher Naturflächen und gefährdeter Tierarten. Erlaubt ist ausschließlich das Training von Jagdhunden. Verboten bleiben der Einsatz von Frettchen, Schusswaffen sowie das Aussetzen von Wild. Zudem müssen die Hunde gekennzeichnet sein, und die Halter haben die gültigen Jagddokumente einschließlich Haftpflichtversicherung mitzuführen. Das Cabildo weist darauf hin, dass außerhalb der freigegebenen Bereiche Verstöße als unerlaubte Jagdausübung während der Schonzeit gewertet werden können. Ebenso sind landwirtschaftliche Flächen, Weidetiere, Wanderwege und andere Erholungssuchende zu respektieren. Die Genehmigung kann bei erhöhter Waldbrandgefahr oder anderen Wetterwarnungen jederzeit vorübergehend ausgesetzt werden. Für viele Inselbewohner bleibt die Jagd auch weiterhin ein konfliktträchtiges Thema. Immer wieder kommt es zu Beschwerden von Grundstücks- und Tierhaltern über freilaufende Hunde oder Missachtung von Vorschriften. Die Behörden haben deshalb erneut darauf hingewiesen, dass sämtliche Lizenzen, Versicherungen und Auflagen strikt einzuhalten sind. Besonders an den traditionellen Jagdtagen Donnerstag und Sonntag wird zudem um gegenseitige Rücksichtnahme gebeten.