15. August 2026

Kurzmeldungen zum Wochenende

Bild zu den Kurzmeldungen vom Samstag, 15. August 2026
Der bittere Preis der Banane

Der Preis für kanarische Bananen bleibt dramatisch niedrig. Anfang August wurden im Durchschnitt gerade einmal 37,28 Cent pro Kilo am Erzeuger bezahlt – rund 42 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre und 8,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der kleine Anstieg gegenüber der Vorwoche ändert daran kaum etwas. Für die Produzenten ist das besonders bitter: Die aktuellen Produktionskosten werden auf etwa 70 bis 80 Cent pro Kilo geschätzt. Der Verkaufspreis deckt damit bestenfalls die Hälfte der Kosten. Auf La Palma trifft die Krise die Bananenbauern besonders hart. Fast fünf Jahre nach dem Vulkanausbruch ist ein erheblicher Teil der zerstörten Anbauflächen noch immer nicht wiederhergestellt. Von den 277 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, die von der Lava verschüttet wurden, sind bislang erst rund 74 Hektar wieder produktiv. Weitere Flächen befinden sich noch im Wiederaufbau. Wasser, Zufahrten und die Wiederherstellung der Böden erschweren vielerorts die Rückkehr zur normalen Produktion. Damit entsteht eine paradoxe Situation: Die Insel gewinnt nach und nach ihre Anbauflächen und damit ihre Produktionsmenge zurück – doch gleichzeitig lohnt sich der Anbau immer weniger. Mehr Bananen auf dem Markt bedeuten unter den derzeitigen Bedingungen nicht automatisch mehr Einkommen für die Landwirte.

Eine Wirtschaft am Tropf der Subventionen

Die aktuelle Preiskrise macht einmal mehr ein grundlegendes Problem deutlich: Der Bananenanbau auf den Kanaren ist seit Jahrzehnten keine sich allein über den Markt tragende Landwirtschaft. Die Branche ist in erheblichem Maß auf öffentliche Unterstützung angewiesen – insbesondere über das europäische POSEI-Programm. Für 2026 stehen dafür insgesamt rund 141 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördergelder sind für das Überleben vieler Betriebe unverzichtbar. Gleichzeitig zeigen sie aber auch, wie stark die gesamte Branche von einem künstlich stabilisierten Wirtschaftsmodell abhängig geworden ist. Das macht die Situation der Bauern nicht weniger tragisch. Im Gegenteil: Viele Familienbetriebe leben seit Generationen vom Bananenanbau und können ihre Produktion nicht einfach auf andere Kulturen umstellen. Auf La Palma kommen bis heute die Folgen des Vulkanausbruchs hinzu, der zahlreiche Plantagen zerstört und den Wiederaufbau vieler Betriebe bis heute erschwert. Die entscheidende Frage lautet deshalb längst nicht mehr nur, wie viele Bananen La Palma wieder produzieren kann. Sondern ob sich der Anbau zu den derzeitigen Marktpreisen überhaupt noch rechnet. Genau darin liegt die eigentliche Herausforderung: Eine traditionsreiche Landwirtschaft wird mit großem öffentlichem Aufwand erhalten, während viele Erzeuger für ihre Bananen Preise erzielen, die ihre Produktionskosten nicht annähernd decken.

Flughafen erzielt neuen Passagierrekord

Der heutige Flughafen von La Palma hat im Juli einen neuen Passagierrekord aufgestellt. 146.151 Fluggäste nutzten den Airport – so viele wie noch nie seit der umfassenden Modernisierung und Erweiterung der Anlage. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem März 2025 um knapp 5.900 Passagiere übertroffen. Gegenüber Juli 2025 entspricht das einem Plus von 9 Prozent. Damit verzeichnete La Palma zugleich das stärkste prozentuale Passagierwachstum aller kanarischen Flughäfen. Ein wesentlicher Grund für den Rekord dürfte der deutlich stärkere Sommertourismus sein. In diesem Jahr verbringen spürbar mehr Kurzzeiturlauber ihre Ferien auf La Palma, wovon Fluggesellschaften, Ferienhausvermieter, Hotels, Mietwagenfirmen und die Gastronomie gleichermaßen profitieren. Auch die Zahl der Flugbewegungen stieg leicht auf 2.380 Starts und Landungen. Von Januar bis Ende Juli wurden bereits 924.597 Passagiere abgefertigt – knapp fünf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Hinweis: Der Rekord bezieht sich auf den heutigen Flughafen. Der frühere, deutlich kleinere Terminal wurde inzwischen abgerissen und durch das wesentlich größere Gebäude ersetzt. In den touristischen Boomjahren der Vergangenheit wurden dort ebenfalls sehr hohe Passagierzahlen erreicht – ein direkter Vergleich mit den heutigen Aena-Statistiken ist deshalb nur eingeschränkt möglich.

Ein Sportzentrum für El Paso

In El Paso entsteht derzeit neben dem bestehenden Sportzentrum an der Calle Sericícola ein neuer Sportkomplex mit Hallenbad, Fitnessraum, Spa, Umkleiden und Cafeteria. Das Bauprojekt kostet rund 4,2 Millionen Euro und wird überwiegend aus Mitteln des Inselentwicklungsplans (PIDL) finanziert. Mit der Anlage erfüllt sich für viele Einwohner ein langjähriger Wunsch nach einem modernen Sport- und Freizeitangebot. Das Cabildo trägt den größten Teil der Finanzierung, den Rest übernimmt die Gemeinde. Nach der Fertigstellung soll das neue Zentrum sowohl Einheimischen als auch Besuchern zur Verfügung stehen. Bleibt zu hoffen, dass aus der seit Jahren angekündigten „historischen Forderung“ nun auch tatsächlich bald ein nutzbares Sportzentrum wird.