Die Kanarische Regierung hat mehrere Steuererleichterungen im Energie- und Kraftstoffbereich über den September hinaus verlängert. Damit bleiben unter anderem der IGIC-Nullsteuersatz für verschiedene Energieprodukte wie Kraftstoffe, Gas, Pellets und Brennholz sowie die teilweise Rückerstattung der Kraftstoffsteuer für Landwirte und Transportunternehmen zunächst bestehen. Die ursprünglich befristeten Maßnahmen sollen Verbraucher und Unternehmen angesichts der weiterhin hohen Energiekosten entlasten. Zunächst gelten sie für den Monat Oktober. Ob sie darüber hinaus verlängert werden, hängt unter anderem von der weiteren Preisentwicklung bei Benzin und Diesel auf den Kanaren ab. Für Autofahrer auf La Palma gibt es zusätzlich eine gute Nachricht: Die Kraftstoffbeihilfe für die sogenannten Nicht-Hauptinseln steigt im vierten Quartal von bisher 15 auf 20 Cent pro Liter. Mit dieser Förderung sollen die höheren Spritpreise gegenüber Teneriffa und Gran Canaria ausgeglichen werden. Die neue Vergünstigung gilt vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember.
Am 15. Oktober werden auf dem Roque de los Muchachos die vier Großteleskope (LST) des internationalen Cherenkov Telescope Array Observatory (CTAO) offiziell eingeweiht. Damit ist der Bau dieses Teilprojekts abgeschlossen und La Palma stärkt seine Bedeutung als einer der weltweit wichtigsten Standorte für die Erforschung hochenergetischer Gammastrahlung. Die Teleskope sollen helfen, einige der größten Rätsel des Universums zu entschlüsseln – etwa die Herkunft der kosmischen Strahlung oder besonders energiereiche astrophysikalische Prozesse. In den kommenden Jahren werden sie durch weitere mittelgroße Teleskope ergänzt und Teil des weltweit größten Gamma-Observatoriums mit Standorten auf La Palma und in Chile. Nach der Einweihung beginnt zunächst eine umfangreiche Test- und Kalibrierungsphase. Die ersten wissenschaftlichen Beobachtungen sind nach derzeitiger Planung ab 2027 vorgesehen.
Die nach dem Vulkanausbruch zerstörte LP-2 zwischen Tajuya und Las Manchas wird beim ersten Kanarischen Straßenkongress am 17. und 18. November als eines der bedeutendsten Straßenbauprojekte des Archipels vorgestellt. Die neue Verbindung gilt als Beispiel für den Wiederaufbau von Verkehrswegen in schwierigem vulkanischem Gelände. Für die Menschen auf La Palma bringt diese Ankündigung allerdings zunächst keine neuen Termine. Der Kongress dient vor allem dem fachlichen Austausch über Straßenbau, Nachhaltigkeit und neue Technologien. Konkrete Fortschritte oder ein Eröffnungstermin für die LP-2 wurden nicht genannt. Gerade im Süden der Insel wird die neue Straße seit Jahren mit großer Ungeduld erwartet.
Ein Jahr nach Beginn des Rückbaus sind in Los Llanos de Aridane 49 Container entfernt worden, die nach dem Tajogaite-Ausbruch als provisorische Unterkünfte für Betroffene dienten. Nach Angaben des Cabildos entspricht dies rund 25 Wohneinheiten. Präsident Sergio Rodríguez erklärte zudem, dass einzelne Bewohner die Container zweckentfremdet hätten – etwa als Wochenendunterkunft oder durch Vermietung an Dritte. Gegen solche Fälle werde inzwischen vorgegangen. Für Familien, die noch auf eine dauerhafte Wohnlösung warten, kündigte das Cabildo an, dass die 53 Wohnungen in einem angekauften Gebäude am Ortseingang von Los Llanos Ende Oktober oder Anfang November bezugsfertig sein sollen. Viele vom Vulkanausbruch betroffene Familien hatten die Container allerdings nie als wirklich bewohnbare Lösung empfunden. Immer wieder wurde über beengte Verhältnisse sowie Baumängel berichtet – teils waren die Unterkünfte nicht einmal vollständig regendicht.