Die Polemik um die per Gesetz festgelegte Mitführung der Warnleuchten V16 in Spanien nimmt kein Ende. Die Warnleuchte, die seit 1. Januar 2026 in Spanien das Warndreieck endgültig ersetzen sollte, sorgt weiter für Stoff – diesmal weniger auf der Autobahn als in den Amtsstuben. Nach der bereits bekannten Debatte um Technik, Geolokalisierung und Monopolstrukturen meldet sich nun das Comité Español de Representantes de Personas con Discapacidad (CERMI) zu Wort. Konkret geht es um eine scheinbar banale Vorschrift mit erheblicher Sprengkraft: Die Leuchte muss auf dem höchsten Punkt des Fahrzeugs angebracht werden. Für Rollstuhlfahrer oder kleinwüchsige Menschen, die allein unterwegs sind, ist das faktisch unmöglich. Wer die Baliza nicht korrekt platziert, riskiert jedoch ein Bußgeld. Das CERMI spricht daher von möglicher „indirekter Diskriminierung“ und fordert praktikable Alternativen. Ein Gesetz, das Sicherheit erhöhen soll, könnte ausgerechnet jene benachteiligen, die ohnehin auf besondere Rücksicht angewiesen sind. Parallel dazu kommt Bewegung aus Brüssel. In einer Antwort der EU-Kommission vom 19. Februar 2026 wird nüchtern festgestellt, dass die entsprechenden spanischen Königlichen Dekrete offenbar nicht gemäß der Richtlinie (EU) 2015/1535 notifiziert wurden. Das ist kein formaler Nebenaspekt, sondern betrifft die Pflicht, technische Vorschriften vorab bei der Kommission anzumelden. Erfolgt diese Notifizierung nicht, können nationale Gerichte laut Rechtsprechung des EuGH solche Regelungen unangewendet lassen. Zudem stünde der Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren offen. Hinzu kommt ein weiterer heikler Punkt: Zwar sind Warnsysteme im Straßenverkehr nicht EU-weit harmonisiert, doch nationale Sondervorgaben mit spezifischen technischen Anforderungen können als Handelshemmnis im Binnenmarkt gewertet werden. In diesem Fall müsste Spanien die Maßnahme nach Artikel 36 AEUV oder auf Grundlage zwingender Erfordernisse rechtfertigen. So blinkt die V16 inzwischen auf mehreren Ebenen: als Sicherheitsinstrument, als mögliches Diskriminierungsproblem und als europarechtliche Baustelle. Was als moderne Lösung für Pannenfälle gedacht war, entwickelt sich mehr und mehr zu einem Lehrstück darüber, wie kompliziert es wird, wenn Technik, Recht und Alltag aufeinandertreffen. Und während die Leuchte künftig automatisch ihren Standort an die DGT senden soll, bleibt die Frage offen, wer eigentlich den Überblick über das große Ganze behält. (Quelle: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-10-2025-004992-ASW_ES.html)
Auf der LP-3 bei der Curva de Los Castañeros wird am 3. und 4. März asphaltiert – ein Streckenabschnitt zwischen dem oberen alten und dem unteren neuen Tunnel. Damit der Verkehr Richtung Los Llanos während der Arbeiten nicht komplett stillsteht, wird der „Túnel Nuevo de La Cumbre“ ausnahmsweise im Wechselverkehr geöffnet, geregelt durch Ampeln, Begleitfahrzeuge und Personal vor Ort. Immerhin hat man die ursprünglich angedachte Umleitung über die Südspitze der Insel – mehr als 50 Kilometer Umweg – verworfen. Das Pikante an der Sache: Der neue, breite Tunnel darf normalerweise gar nicht in beide Richtungen befahren werden. Europäische Sicherheitsvorschriften stehen dem entgegen, es fehlen Notausgänge, geeignete Lüftung, spezielle Beleuchtung, automatische Incident-Erkennung, variable Anzeigetafeln und ein parallel verlaufender Rettungstunnel. Kurz gesagt: Für dauerhaften Gegenverkehr reicht es bei diesem „Sparmodell“ nicht. Für ein paar Tage mit Ampel offenbar schon. Während also technisch erklärt wird, warum etwas grundsätzlich nicht geht, wird es nun doch möglich gemacht – allerdings nur zwischen 8 und 19 Uhr und nur Richtung Westen ist die Straße gesperrt, Richtung Cumbre bleibt alles wie gehabt. Die Asphaltfirma wollte übrigens weder nachts noch am Wochenende arbeiten, also verlegt man das Geschehen in die verkehrsreicheren Stunden. Auch das ist eine Form von Planung. Fast symbolisch ereignete sich wenige Tage vor Beginn der Arbeiten an genau dieser Stelle ein Unfall mit drei beteiligten Fahrzeugen. Zwei Personen mussten medizinisch versorgt werden, eine davon leicht verletzt. Da wähnte sich wohl schon jemand auf der noch nicht fertiggestellten Überholspur ...
„Ja wo laufen sie denn?“ hätte wohl Loriot gefragt – und diesmal lautet die Antwort ganz klar: über unsere Inselgipfel. Und zwar in Scharen. Die Transvulcania 2026 sprengt schon vor dem Start alle Grenzen: Über 1.000 Menschen stehen auf der Warteliste – mehr als 30 Prozent der ohnehin limitierten Startplätze. Das ist kein Andrang mehr, das ist ein sportlicher Ansturm auf Lava, Staub und Höhenmeter. Besonders kurios: Ausgerechnet der sonst gemächlich ausbuchende Kilómetro Vertical ist diesmal restlos ausverkauft – 200 Startnummern weg wie warme Barraquitos. Zum ersten Mal überhaupt gibt es auch hier eine Warteliste. Offenbar ist „explosiv bergauf“ plötzlich das neue Wellnessprogramm. Dass sowohl der Kilómetro Vertical als auch der Media Maratón 2026 Teil der World Mountain Running Association-Weltcupserie sind, dürfte das internationale Laufpublikum zusätzlich elektrisieren. Weltelite trifft Vulkangrat – da will niemand fehlen. Und wir? Wir reiben uns leicht ungläubig die Augen – und sind natürlich stolz wie Bolle. Über 1.000 Menschen warten freiwillig darauf, sich über unsere Höhenzüge zu quälen. Wenn das kein Liebesbeweis an La Palma ist, was dann?
Am Samstag, denn 21. Februar, brachte Dani Kleylein La Palma ins nationale Fernsehen, als er bei "Got Talent" (Telecinco) sein erstes Lied „19“ präsentierte. Das Stück spiegelt seine persönlichen Erfahrungen mit der Tajogaite-Eruption wider: Dani verlor sein Haus, als sein Viertel Todoque von der Lava verschlungen wurde. Mit emotionaler Stimme und eindringlichen Texten erzählt das Stück von der offenen Wunde und dem Versuch, weiterzumachen, ohne das Erlebte zu vergessen. Das Jurorenteam war sichtlich bewegt: der Moderator äußerte ein „Wow, diese Stimme“, und alle stimmten einhellig für den Weiterkommen-Daumen hoch, beeindruckt vom Talent und der Geschichte des jungen Palmeros. Das Lied komponierte Dani selbst, begleitet von Arrangements und Produktion im Studio T-REC auf La Palma, mit Gitarrenarrangements von Fernando Pérez Lozano und der Gitarreninterpretation durch Carolina Díez Doménech. Die Got-Talent-Auftritte verschaffen Dani nicht nur den Sprung in die nächste Runde, sondern rücken auch eine aktuelle Erfahrung der Insel ins Rampenlicht und eröffnen dem jungen Künstler eine vielleicht vielversprechende Zukunft, für die wir ihm an dieser Stelle viel Erfolg wünschen.