18. April 2026

Kurzmeldungen zum Wochenende

Bild zu den Kurzmeldungen vom Samstag, 18. April 2026
Fuencaliente: „Einladendster Ort der Kanaren"

Überraschung! Der kleine Ort Fuencaliente an der Südspitze von La Palma wurde laut den Traveller Review Awards von Booking.com zum „einladendsten Reiseziel der Kanaren“ gekürt. Grundlage sind Bewertungen von Reisenden, die vor allem die Gastfreundschaft und die besondere Landschaft hervorheben. Die Wahl sorgt allerdings für erstaunte Blicke: Ausgerechnet der eher ruhige Ort mit begrenzter Infrastruktur, wenigen Geschäften und oft rauem Klima lässt zahlreiche touristisch deutlich stärker ausgestattete Destinationen hinter sich. Man könnte von einem echten Außenseiter-Sieg sprechen – während sich andere, sehr beliebte Ferienorte im Archipel diese Entscheidung vermutlich mit einem Schmunzeln anschauen. Hinter Fuencaliente folgen unter anderem Punta Mujeres (Lanzarote), Lajares (Fuerteventura), Tijarafe und Santa Cruz de La Palma – alles Orte, die ebenfalls mit ihrer eigenen Art von Gastfreundschaft und Atmosphäre überzeugen.

Puerto Naos: Kleine Schritte, große Worte

In Puerto Naos dürfen inzwischen 42 Geschäftslokale wieder öffnen, zuletzt kamen zwei weitere hinzu. Auch zahlreiche Wohnungen sind offiziell freigegeben, allerdings nicht alle – und warum manche weiterhin geschlossen bleiben, wird nach wie vor nur allgemein mit Vorsicht und erhöhten CO₂-Werten begründet. Seit Jahren wird jeder neue Schritt als „Fortschritt“ präsentiert, während die Freigaben weiterhin schrittweise und teilweise schwer nachvollziehbar erfolgen. Grundlage bleibt ein kontinuierliches Monitoring der Gaswerte, das als Sicherheitsmaßnahme dient. Gleichzeitig wird betont, dass der Ort für Besucher sicher sei – obwohl einzelne Gebäude, Tiefgaragen oder Lokale weiterhin nicht genutzt werden dürfen. Für Bewohner und Geschäftsleute bedeutet das vor allem: ein langsames Zurück zur Normalität, begleitet von vielen Ankündigungen – und weiterhin offenen Fragen, warum nach so langer Zeit noch immer unterschiedlich entschieden wird.

LP-2: Bauarbeiten laufen weiter

Die Wiederherstellung des 2,3 Kilometer langen, von der Lava des Tajogaite verschütteten Abschnitts der LP-2 wird weiter vorangetrieben. Nach Angaben der kanarischen Regierung sind die Arbeiten rechtlich abgesichert und derzeit nicht ausgesetzt. Ein Einspruch kam von der Umweltorganisation Ecologistas en Acción, die gegen den im Dezember genehmigten ergänzenden Projektbeschluss für den Abschnitt zwischen Tajuya und Las Manchas vorgegangen ist. Konkrete Details zu den inhaltlichen Gründen des Einspruchs werden in der Meldung jedoch nicht näher ausgeführt. Trotz dieses Verfahrens wurde das Projekt genehmigt und die Bauarbeiten begonnen. Die Wiederherstellung der Verbindung gilt als wichtig, da der Straßenabschnitt seit dem Vulkanausbruch unterbrochen ist und für den Verkehr im betroffenen Gebiet eine zentrale Rolle spielt.

Pflege-Limbo: Über ein Jahr Bearbeitungszeit

Auf den Kanarischen Inseln sind im ersten Quartal 2026 insgesamt 260 Menschen gestorben, während sie noch auf eine Entscheidung im System der Pflegebedürftigkeit warteten – entweder auf die Einstufung oder auf den sogenannten individuellen Hilfeplan (PIA). Das geht aus Daten des Observatoriums für Pflegeabhängigkeit hervor. Der Bericht zeigt außerdem, dass die Kanaren mit 23,5 % weiterhin den höchsten Anteil an Personen im sogenannten „Pflege-Limbo“ unter allen spanischen Regionen haben. Zwar haben sich die Bearbeitungszeiten leicht verbessert und liegen nun bei durchschnittlich 374 Tagen (minus 56 Tage im Jahresverlauf), sie bleiben damit aber weit über dem gesetzlichen Ziel von 180 Tagen. Auch im gesamtspanischen Vergleich bleibt die Verwaltung langsam: Im Schnitt vergehen 329 Tage bis zu einer Entscheidung. Am Ende bleiben hinter diesen Zahlen keine Statistikwerte, sondern Menschen, die in einem System der langen Wartezeiten verschwinden – während Hilfe eigentlich längst beschlossen sein sollte.