Fünf Jahre nach dem Ausbruch des Vulkans Tajogaite bestätigt eine jetzt vorgestellte Studie der spanischen Gesellschaft für Pneumologie (SEPAR) einen Zusammenhang zwischen der Belastung durch Asche und vulkanische Gase sowie einer erhöhten Häufigkeit von Atemwegsbeschwerden. Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern traten Husten, Atemnot und andere Beschwerden in den stärker betroffenen Gebieten häufiger auf, teilweise hielten sie noch Monate nach dem Ende der Eruption an. Darüber hinaus registrierten die Wissenschaftler einen höheren Medikamentenverbrauch, mehr Arztbesuche sowie Hinweise auf psychische Belastungen. An dem Forschungsprojekt nahmen mehr als 1.000 Menschen teil. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse fordert die Bürgerinitiative Tierra Bonita eine unabhängige Untersuchung der damaligen Gesundheitsmaßnahmen. Nach Ansicht der Vereinigung müsse geklärt werden, ob die Bevölkerung ausreichend vor Asche, Feinstaub und vulkanischen Gasen geschützt wurde und ob die damaligen Schutzmaßnahmen den verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprachen. Die Initiative verweist unter anderem auf Hinweise von Ärzten, wonach bei besonders schlechter Luftqualität längere Ausgangsbeschränkungen sinnvoll gewesen wären. Zudem fordert sie eine umfassende Auswertung der damaligen Messdaten, Behördenunterlagen und Entscheidungen des Krisenstabs. Ziel sei weniger die nachträgliche Schuldzuweisung als vielmehr, aus den Erfahrungen zu lernen und den Gesundheitsschutz bei künftigen Vulkanausbrüchen zu verbessern.
Die Bürgerinitiative „La Palma quiere el TMT“ fordert Klarheit über die Zukunft des geplanten Riesenteleskops. Zwar sei La Palma bislang nicht offiziell als Standort ausgeschlossen worden, nach den jüngsten Entwicklungen seien die Aussichten jedoch deutlich schlechter geworden. Hintergrund ist die Ablehnung des spanischen Finanzierungsvorschlags sowie die Unsicherheit über die weitere Beteiligung einzelner Partner am internationalen TMT-Konsortium. Die Initiative fordert deshalb eine öffentliche Erklärung der Verantwortlichen, warum die Finanzierung gescheitert ist und wie realistisch das Projekt überhaupt noch ist. Auch wenn eine offizielle Absage bislang aussteht, dürfte kaum noch jemand ernsthaft mit einer überraschenden Kehrtwende zugunsten La Palmas rechnen. Die Plattform betont dennoch, sich weiterhin für den Wissenschaftsstandort Roque de los Muchachos einsetzen und die Entwicklung aufmerksam verfolgen zu wollen. Ganz abgeschrieben werden sollte der Wissenschaftsstandort La Palma dennoch nicht. Während die Chancen auf das TMT derzeit deutlich gesunken sind, schreitet ein anderes Großprojekt weiter voran: Der Europäische Sonnenteleskop (EST) am Roque de los Muchachos. Das Astrophysikalische Institut der Kanaren (IAC) hat jetzt den Auftrag für die Ausarbeitung des Bauprojekts und der Umweltunterlagen vergeben. Das rund 122.000 Euro umfassende Planungsverfahren ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum geplanten Sonnenteleskop mit einem Hauptspiegel von 4,2 Metern Durchmesser. Das EST wird von Forschungseinrichtungen aus 18 europäischen Ländern getragen und soll Europas führende Rolle in der Sonnenforschung sichern. Es ist am Roque de los Muchachos in unmittelbarer Nähe des Schwedischen Sonnenturms geplant und soll künftig hochauflösende Beobachtungen der Sonnenatmosphäre ermöglichen. Damit bleibt La Palma trotz der Rückschläge beim TMT weiterhin ein bedeutender Standort für internationale Astronomie – wenn auch derzeit mit deutlich besseren Aussichten für die Sonnenforschung als für das Dreißig-Meter-Teleskop.
Im Zuge der Neubeschilderung der LP-2 nach dem Vulkanausbruch waren die Hinweisschilder auf den Ortsteil San Nicolás durch Schilder mit der Bezeichnung Las Manchas ersetzt worden. Sachlich war das zwar korrekt, denn San Nicolás ist ein historischer Ortsteil von Las Manchas. Viele Einwohner bedauerten jedoch, dass der traditionsreiche Name aus dem Straßenbild verschwunden war. Inzwischen wurde die historische Bezeichnung wiederhergestellt. Nachdem die Gemeinde El Paso bereits vor einigen Wochen ein entsprechendes Ortsschild an der Carretera de San Nicolás aufgestellt hatte, hat nun auch das Cabildo die Beschilderung an der LP-2 angepasst. Die Nachbarschaftsvereinigung von Las Manchas begrüßt diesen Schritt ausdrücklich. Für viele Bewohner sei die Rückkehr des Namens weit mehr als eine neue Metalltafel am Straßenrand – sie stehe für die Anerkennung eines Ortsteils, dessen Geschichte bis ins Jahr 1696 zurückreicht und der seit 1849 offiziell dokumentiert ist. Entsprechend groß sei der Stolz vieler Anwohner auf ihren Barrio und dessen historischen Namen. Die Vereinigung bedankt sich bei allen beteiligten Institutionen, insbesondere beim Cabildo sowie den Gemeinden El Paso und Los Llanos de Aridane, die sich für die Wiederherstellung der historischen Ortsbezeichnung eingesetzt haben.
ZU DEN MELDUNGEN