Geplant hatte man mit 60.000 bis 70.000 Besuchern – am Ende wurden es laut offizieller Bilanz „mehr als 80.000“. Wie genau man an einem Tag, an dem alle Menschen in Weiß kommen und gehen, sich in Puderwolken auflösen und sich optisch nur durch die Größe des Hutes unterscheiden, diese Zahl ermittelt, bleibt ein kleines karnevalistisches Geheimnis. Es erinnert ein wenig an das Zählen von Ameisen ... Aber gut, Rekorde gehören schließlich dazu. Und eine runde, möglichst große Zahl macht sich hervorragend in der Schlagzeile. Was unbestritten ist: Santa Cruz de La Palma verwandelte sich am Rosenmontag erneut in ein weißes Meer aus Leinen, Spitze, Koffern und kubanischen Klängen. Schon am Vormittag zog die Negra Tomasa durch die Stadt, die Plaza de España wurde traditionsgemäß zur „Plaza de La Habana“ umbenannt, Habaneras und Congas gaben den Takt vor – und eine dichte Talcum-Wolke legte sich wie ein karibischer Nebel über die Hauptstadt. Von der Alameda über La Recova bis nach Santo Domingo wurde getanzt, gesungen, gepudert – und das bis tief in die Nacht. Das eigentlich Bemerkenswerte steht jedoch nüchtern im Protokoll: „keine nennenswerte Zwischenfälle“. Keine handfeste Auseinandersetzung bei angeblich über 80.000 Feiernden. Wenn diese Zahl stimmt, dann wäre das in der Tat weltmeisterlich. Wenn sie nicht ganz stimmt, bleibt es trotzdem beeindruckend. Denn eines ist sicher: An keinem anderen Tag erlebt man auf La Palma so viel geballte Lebensfreude, so viel gemeinsames Feiern quer durch alle Generationen und so viel friedliche Ausgelassenheit. Ob es nun 60.000, 70.000 oder 80.000 waren – am Ende zählt etwas anderes: Los Indianos bleibt eines der schönsten, fröhlichsten und friedlichsten Feste unserer Insel. Und das ist mehr wert als jede Rekordzahl.
La Palma ist auf dem European Film Market der Berlinale 2026 als „Beste Europäische Location“ ausgezeichnet worden – gewürdigt wurde ihr Einsatz als Drehort der Netflix-Miniserie »La Palma«. Der Preis der European Film Commissions Network gilt als wichtige Anerkennung im europäischen Filmmarkt und verschafft der Insel zusätzliche internationale Sichtbarkeit. Die Produktion, betreut vor Ort von Volcano Films und unterstützt von zahlreichen Institutionen, beschäftigte rund 150 lokale Fachkräfte sowie über 100 Statisten und sorgte für einen direkten wirtschaftlichen Impuls von etwa drei Millionen Euro. Damit wurde erneut deutlich, dass La Palma organisatorisch und technisch in der Lage ist, größere internationale Produktionen umzusetzen. Auf dem Filmmarkt in Berlin präsentierte sich die Insel gemeinsam mit Canary Islands Film im Rahmen des spanischen Gemeinschaftsauftritts. Mehr als 40 kanarische Unternehmen führten dort Dutzende Fachgespräche mit internationalen Produzenten. Neben der ausgezeichneten Netflix-Serie verweisen weitere internationale Projekte auf die wachsende Erfahrung des Standorts. Mit ihrer landschaftlichen Vielfalt, bestehenden Strukturen und den steuerlichen Anreizen bleibt La Palma damit als europäische Drehkulisse im Gespräch – diesmal nicht nur als schöne Insel, sondern offiziell als prämierte Film-Location.
Wer den alten und den neuen Flughafen von La Palma kennt, weiß: Der neue passt zwar optisch viel besser in unser Bioshärenreservat, ist aber wie sein Vorgängermodell viel zu klein dimensioniert, ständig überlastet und platzt angesichts der enormen Start- und Landefrequenz aus allen Nähten. Warteschlangen bis nach Mazo, Flugzeuge im Stau über dem Atlantik – ein klarer Fall für sofortiges Handeln. Also wird gehandelt. Satte 89 Millionen Euro will Aena, die halbstaatliche Aktiengesellschaft für Flughafenbetreibung, zwischen 2027 und 2031 investieren – deutlich mehr als die 29 Millionen im laufenden Fünfjahreszeitraum. Nach den bereits investierten 225 Millionen für Terminal, Tower und Technik folgt nun die nächste Ausbaustufe. Geplant sind unter anderem: Erweiterung der Sicherheitsstreifen an der Start- und Landebahn; neue Plattformflächen; Verbesserungen im Terminal (Stromsysteme, Toiletten, VIP-Bereich, Parkplatz); zusätzliche Sicherheitsausstattung; neue Informations- und Kommunikationssysteme; Maßnahmen zur Nachhaltigkeit wie neue Windkraftanlagen und Schallschutz. Kurz gesagt: Der Flughafen, der selbst an Spitzentagen eher kontemplative Ruhe ausstrahlt, bekommt mehr Fläche, mehr Technik und mehr Infrastruktur – für die „künftige Nachfrage“. Finanziert wird das Ganze unter anderem über eine minimale Tariferhöhung von durchschnittlich unter 30 Cent pro Passagier (unter 10 Cent bei Interinsularflügen). Ein Betrag, bei dem man beruhigt sein darf: Die große Welle rollt, aber sie ist preislich kaum spürbar. Was fehlt, ist die eigentliche Kernfrage: Wächst hier wirklich der Bedarf – oder nur die Baufläche? Während die Insel mit rückläufiger Bevölkerung, schwankendem Tourismus und begrenztem Flugaufkommen lebt, entsteht Schritt für Schritt ein infrastrukturelles Monument, das eher an ein Drehkreuz erinnert als an einen Regionalflughafen im Atlantik. Aber vielleicht denkt man einfach nur langfristig. Sehr langfristig. Bis dahin bleibt der Flughafen von La Palma eines der wenigen Bauwerke Spaniens – mit Ausnahme des Hafens von Tazacorte –, das konsequent größer wird als seine eigene Auslastung.
In Santa Cruz sorgt derzeit ein interner Konflikt bei der Policía Local für Gesprächsstoff. Die Gewerkschaft CSIF hat den Chef der Ortspolizei wegen mutmaßlicher Verwaltungsrechtsverletzung angezeigt und fordert vom Bürgermeister dessen Absetzung – mit der Begründung, er sei für das Amt nicht geeignet. Auslöser ist eine Dienstanweisung vom 2. Januar, mit der laut Gewerkschaft Arbeitsbedingungen der Beamten geändert worden seien, ohne die gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung der zuständigen Verhandlungsgremien. Eine solche Abstimmung ist bei Fragen, die Arbeitszeiten und -bedingungen betreffen, eigentlich obligatorisch. Die Stadt setzte die Anordnung daraufhin vorläufig außer Kraft. Statt klein beizugeben, soll der Polizeichef – so der Vorwurf – versucht haben, die Aussetzung rückgängig zu machen und nahezu identische neue Anweisungen vorbereitet haben. Der Gewerkschaft zufolge habe es sogar eine mündliche Ankündigung gegeben, die nächste Regelung werde „härter“ ausfallen. Die Gewerkschaft sieht darin ein bewusstes Ignorieren rechtlicher Vorgaben und will nun gerichtlich klären lassen, ob strafrechtliche Konsequenzen folgen. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft eine sofortige Einberufung der Verhandlungsrunde, um die Arbeitsbedingungen sauber und rechtssicher zu regeln. Für die Bürger bleibt zu hoffen, dass am Ende nicht nur Paragrafen, sondern auch die Zusammenarbeit wieder in geordneten Bahnen läuft.
ZU DEN MELDUNGEN
Am Samstag, den 21. Februar um 20:00 Uhr lädt das Duo Iosune Lizarte und Pedro Sanz zu einem außergewöhnlichen Konzert in die Casa de la Cultura in Tazacorte ein. „Flamenco entre Amigos“ steht nicht für einen klassischen Tablao-Abend nach andalusischem Vorbild. Vielmehr erwartet das Publikum ein lebendiges, offenes Konzertformat, das traditionellen Flamenco mit eigenen Kompositionen und modernen harmonischen Einflüssen verbindet. Die Musik bleibt verwurzelt im Flamenco, öffnet sich jedoch stilistisch und schafft Raum für neue Klangfarben, Improvisation und persönliche Handschrift.
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